Einen Linolschnitt reparieren

… und zuerst mal auseinandernehmen.

Vor einiger Zeit habe ich Drucke mit Motiven aus unserem Heimatstädtchen gemacht. Das war ziemlich am Anfang meiner Druck-Erfahrungen, und wenn ich mir die Prints anschaue, sehe ich gleich, dass ich damals noch nicht das feine Werkzeug gehabt habe, das ich jetzt besitze.
Ich hatte unsere alte Feuerwehrstation „portraitiert“ – an den Buchstaben sieht man, dass ich gepfuscht habe. Schrift zu schnitzen gehört für mich zum Schwierigsten überhaupt. Außerdem hatte ich mit dem Hintergrund experimentiert, was mir jetzt nicht mehr gefällt.

Das Motiv finde ich aber ganz hübsch, bis auf die Schrift und ein paar Details auch nicht schlecht geschnitzt. Also habe ich mir das Skalpell geschnappt und die Platte für die dunkle Farbe zerlegt …

Ich habe gleich das ganze Tor mit der Aufschrift herausgeschnitten und eine neue Platte (links geschnitzt), die natürlich genau in das entstandene Loch passen muss.

Außerdem habe ich für den Himmel eine eigene Platte geschnitzt. Das ist die erste Farbe, die gedruckt wird.

Der zweite Druckdurchgang besteht aus der gelben Fassade und dem dünkleren Schloss im Hintergrund. Zum Farbenmischen lege ich mir Farbmuster zurecht, weil die Farbe beim Mischen oft nicht so wird, wie ich mir das gedacht habe. Mit einer Vorlage als Richtlinie komme ich meiner Vorstellung deutlich näher.
(Muss natürlich kein teurer Farbfächer sein, man kann ein Stück farbiges Papier oder ähnliches nehmen.)

Die Platten walze ich ein und lege sie nebeneinander, so habe ich beide in einem Druckvorgang am Papier.
Bei desem Besipel habe ich die Platte für den Himmel mit einem Farbverlauf eingewalzt.
Und wenn ich beim Drucken besser auf die Registrierung geachtet hätte, wäre ich zufrieden.


Das Resultat – in bunt, und in Grau. Die Schrift ist besser, aber nicht perfekt. Der Himmel hat dem Motiv gut getan. Auf selbstgeschöpftem Papier wirken die Drucke natürlich auch besser. Diese hier sind auf Leinenpapier gerdruckt. Demnach Christian nur sehr große Bögen davon geschöpft hat, musste ich es zurechtschneiden und habe hier keinen Bütte

Einen anderen Druck, auf dem ich zwei alte Bäume vor unserer Stadtmauer abgebildet habe, möchte ich mir auch vornehmen. Hier habe ich den Hintergrund mit „Gelliplate- Prints“ gestaltet, was mir im Endeffekt zu unruhig ist.

Für den Himmel verwende ich zwei Platten, die Schatten auf dem Boden habe ich auch neu geschnitzt, auch das Haus im Hintergrund. Die Bäume habe ich nur etwas mit dem feinen Werkzeug nachgebessert.

Hier das Ergebnis – auch in zwei Farbvarianten. Aus dem Motiv ist ein Winterbild geworden.
Das Papier ist unser Strohpapier in unterschiedlichen Mischverhältnissen.

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15.06.2026

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